Ist das Haus Maître Parfumeur et Gantier jetzt Nische oder Mainstream?
Die Rose Muskissime habe ich zum Testen vor mir, weil ich neugierig bin auf die Kombinationen mit der Rose, die mich immer wieder aufs Neue überraschen.
Ich trage seit Jahrzehnten täglich einen Mainstream-Duft, der auch nicht sonderlich teuer ist, mit dem man aber nichts falsch macht: CK be. Und gut. Schöne Werbung mit der jungen Kate Moss in den 90ern. Und was haben wir für eine Kombi: zitrisch im Kopf, Rose im Herzen und Moschus in der Basis.
Rose Muskissime von Maître Parfumeur et Gantier erfüllt davon natürlich gleich zwei Kategorien in der Herz- und der Basisnote. Unten kommen dann noch elegant Ambra und Sandelholz hinzu, in der Mitte neben den beiden Rosensorten auch noch die Gewürznelke.
Aber oben, da ist es nicht zitrisch, sondern süß, süßlich, fruchtig. Und so bleibts die ganze Zeit. Die Rose hat da ganz schön zu tun. Was wollen Mango, Maracuja und schwarze Johannisbeere hier? Mit der Fruchtkopfnote tue ich mich schwer, da die dominant synthetische Komponente doch etwas so riecht wie Multivitaminsaft aus Fruchsaftkonzentrat mit natürlichen Aromastoffen. Oder ist es dieses synthetische Cassis, das da so reinknallt und der Rose wenig Luft zum Atmen läßt?
An dieser Stelle würde ich glatt noch mal nachjustieren.
Dennoch weiß Maître Parfumeur et Gantier, wie man Parfum macht. Ich habe neun Düfte getestet, sie sind oft elegant und ausgewogen, echte Klassiker. Einige werden im Portfolio bleiben, andere verschenke ich, Rose Muskissime muss das Portfolio verlassen.